Hochtourengruppe-Georgien-2025-08-Bild-03 | © DAV Heilbronn Andreas Anselm

Wandern in Georgien საქართველოს ლაშქრობა

12 - 22. August 2025

12.08.2025

Die Georgienreise ist uns im Programmheft sofort ins Auge gestochen und schnell haben wir uns angemeldet. Beim Vortreffen bekamen wir einen ersten Eindruck von dem nicht alltäglichen Reiseziel und lernten die Gruppe kennen. Unser Tourguide Andi hat uns richtig Geschmack auf das für uns fremde Land gemacht.

Wir, das sind Sybille, Kerstin, Heike, Doris, Udo, Ralf und Tobias

Die Flüge haben wir so gebucht, dass wir zum Sonnenaufgang in Tiflis sofort aufbrechen konnten. Andi und die vorausreisenden Doris und Heike haben schon alles organisiert um uns abzuholen. 

Die Fahrt führte uns durch das quirlige Tiflis über die Heerstraße nach Norden mitten in den großen Kaukasus. Das Quartier für die nächsten Tage war ein gemütliches Hostel in Stepansminda auf 1.700 Hm. Kaum angekommen, hieß es die Wanderstiefel schnüren. Hinauf ging es zur Dreifaltigkeitskirche in Gergeti (სამების ეკლესია გერგეტი) auf 2.200 Hm. Schneller als gedacht kehrten wir beim Abstieg ein und machten nähere Bekanntschaft mit leckeren georgischen Weinen und schmackhaftem Schaschlik. 

Bereits am ersten Abend war klar, dass sich hier eine super Gruppe gefunden hatte.

Nach ruhiger Nacht und üppigem georgischem Frühstück ließen wir uns alle von einem der typischen Taxibusse hinauf zur Gergeti Kirche bringen um für den anschließenden Aufstieg zur Altihut (3.014 Hm) und dem Gletscher des Kasbek (3.340 Hm) ein paar Höhenmeter und Zeit zu sparen. In atemberaubender Bergkulisse stiegen wir dem wolkenverhangenen Kasbek entgegen. Auf dem Gletscher angekommen zeigte sich der 5000er immer wieder kurz zwischen den Wolken. Glückselig machten wir uns auf den langen Abstieg, um am Abend die georgische Küche in ihrer ganzen Vielfalt zu genießen.

Nach den Anstrengungen des Vortages hatte unser Guide Andi etwas Leichteres aber nicht weniger Schönes geplant: Die Gveleti Wasserfälle (გველეთის ჩანჩქერები) und den Klosterkomplexes Dariali (დარიალის მონასტერი) an der russischen Grenze. 

Natur und Kultur, wunderbar vereint. Nach abenteuerlicher Fahrt zurück nach Stepansminda nahmen wir noch ein Bad im Pool der örtlichen Mineralquelle.

Am nächstenTag brachte uns eine weitere Wanderung von Juta (ჯუთა) auf den Chaukhi Pass. Durch grüne blütenreiche Bergwiesen ging es stetig bergauf bis wir die karge Passhöhe (3400 Hm) zum Vesper erreichten. Den Pass selbst durften wir als Wetterscheide erleben. Gerade noch frisch gestärkt in der Sonne sitzend, erreichten uns ein Graupelschauer mit Temperatursturz. Im Abstieg vom Regen verfolgt, nutzten wir eine Mountain Lodge zum kurzen Pausieren und Aufwärmen. Beim Transfer zurück hatten wir den bisher schönsten Blick auf den Kasbek. 

Genug der Berge, ging es am nächsten Morgen zurück nach Tiflis (თბილისი), von der frischen Bergluft in die Schwüle der Hauptstadt. Über einen Höhenrücken der Stadt wanderten wir zum markanten Aussichtsberg, wo wir den den Tag ausklingen ließen und den nächtlichen Ausblick auf das Lichtermeer der Stadt genossen. Mit Stirnlampen ging es zurück zum Hotel.

Durch Andis Erzählungen war die Neugier auf den georgischen Wein geweckt. Sighnagi (სიღნაღი), ein pittoreskes Dorf im Osten des Landes war hierfür das geeignete Ziel.

Das Dorf erkundend spazierten wir durch die Gassen und besuchten ein Weingut in dem uns die Besonderheit der Weinherstellung, mit den im Boden eingelassenen Tonkrügen veranschaulicht wurde, Leckereien und Verkostung inklusive. Zurück in Tiflis tauchen wir wieder ein in die warme und pulsierende Nacht. 

Den letzten Tag hatten wir zur freien Verfügung in der Stadt. Tiflis ist unglaublich facettenreich und es ist für jeden etwas dabei, Hop on Hop off, Kulturspaziergang oder Kirchen, Galerien und Museen, natürlich Essen und Trinken. Jeder von uns wollte unbedingt den Bazar besuchen. Riesengroß, unübersichtlich und voller geschäftigem Leben gibt es hier alles was das Herz begehrt, jedoch auf eine für uns ungewohnte Art präsentiert. Schnell geht der Tag vorbei, wir aßen zusammen im Chinkali- Restaurant und da wir schon um 2:30Uhr vom Taxi abgeholt wurden, machten wir die Nacht durch. Schlafen würden wir schließlich auf dem vierstündigen Heimflug können.

Die Reise war vorbei, wobei noch nicht ganz. Noch einmal erlebten wir die Stadt, die offensichtlich nicht schläft. Die Clubs sind die ganze Nacht besucht und an den Straßenrändern sitzen vereinzelt Nachtschwärmer, spielend und trinkend. 

Auf dem Flugplatz tummelten sich die Menschen und schliefen teilweise unter den Rolltreppen. Wir checkten ein und warteten ziemlich lange. Aufgrund dieser Verzögerung verpassten wir unseren Anschlussflug. 

Es ist also vorbei…und was bleibt? Endlos viele Eindrücke von dieser wunderbaren und unglaublich erlebnisreichen Reise. Alles zu erfassen und zu verarbeiten kommt nach und nach. 

Dieser Urlaub war facettenreich, wir haben viel Unterschiedliches erlebt. Andi, unser deutsch-russischer Guide dessen Vorfahren einst von Tübingen nach Georgien ausgewandert sind, hat alles richtig gut im Griff gehabt und eine unglaublich schöne Reise organisiert. 

Die Natur und speziell der große Kaukasus ist beeindruckend und hinterließ tiefe Eindrücke. Auf 3.400m sind wir gewesen, auf Gletschern gewandert, Adler und Geier haben wir gesehen und waren in Bergdörfern zu Gast.

Über uns thronte der mächtige Kasbek mit seinen 5.040m ist Er nicht der höchste Berg im Kaukasus, jedoch der, der am exponiertesten dasteht. Zur Abreise hat er sich in seiner vollen Pracht gezeigt, sogar im weißen Neuschnee-Kleid.

Das alles mit einer stimmigen und total netten Reisegruppe. Kerstin und Udo, Sybille, Doris und Heike, sowie Ralf und ich. Es hätte nicht besser sein können.

Das Essen bleibt mir persönlich besonders in Erinnerung. Vielseitig, schmackhaft und das Fleisch war so lecker, dass auch Vegetarier probieren mussten.

Mit dem Wein hatte uns Andi nach Kachetien gelockt und er hatte nicht zu viel versprochen. Auch wenn er in PET Flaschen verkauft wird, ist er lecker ohne Ende. Der Rote jedoch mehr als die meisten weißen.

In Georgien ist vieles anders und ungewohnt, die Gehwege manchmal so schlecht, dass man lieber auf der Straße läuft, ein Stromausfall beim Abendessen, der es erst so richtig gemütlich macht, unterbrochene Wasserversorgung wenn 3 Mann duschen und aufs WC müssen. Alles geht irgendwie und zeigt doch wie einfach wir es manchmal haben.

Wie bei uns, halten hier viele Provisorien anscheinend ewig. Ob es das brüchige Wasserrohr an der Mineralquelle in Stepansminda ist oder die vielen Kabelbinder am Riesenrad in Tiflis…. Irgendwie geht’s schon.

Die vielen Tiere fallen auf, die einfach dazu gehören. Keines haben wir aggressiv oder gestört wahrgenommen, seien es die Hunde in den Dörfern, die alle gechipt und grundentspannt herumstreunen oder herumliegen. Kein wildes Gekläffe wie man es bei uns so oft erlebt. Oder die endlos vielen Katzen in Tiflis, die überall auftauchen, sich oft gekonnt in Szene setzen und doch nie aufdringlich sind. Die Pferde, die hier gepflegt als Transport- und Arbeitstiere eingesetzt sind oder auch die Kühe, die anscheinend herrenlos durch das Dorf ziehen und mangels Weide schon mal an den Mülltonnen verweilen. In den Bergen beobachten wir majestätische Vögel, die ihre Runden ziehen und über allem schweben.

Unglaublich, in einer Woche bleiben doch tausend Erinnerungen an eine Reise, die wir uns alle nicht so wunderbar vorstellen konnten.

Danke Andi, danke dem DAV Heilbronn

Tobias Lang & Ralf Ziegler