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DIE NATURA 2000-GEBIETE

„VERWALL“ UND „WIEGENSEE“

Die Neue Heilbronner Hütte liegt im Natura 2000 Gebiet Verwall. 

Den Zustieg aus Partenen bestreiten viele Wanderer über die Tafamuntbahn und den Wiegensee. Aber wo befinden sich diese Schutzgebiete, was wird eigentlich geschützt und was bedeutet das für Alpinisten?

Zu den zentralen Werkzeugen der Europäischen Union zum Erhalt der europäischen Tier- und Pflanzenwelt zählen die Vogelschutzrichtlinie (VSchRL) sowie die Flora – Fauna - Habitatrichtlinie (FFH-RL). Diese beiden Richtlinien listen schutzbedürftige Arten und Lebensräume, zu deren Erhalt besondere Schutzgebiete genannt Europaschutzgebiete oder auch Natura 2000 - Gebiete – ausgewiesen werden müssen. 
Das Europaschutzgebiet „Verwall“ ist eines von 23 Europaschutzgebieten Vorarlbergs und mit ca. 120km² das größte Schutzgebiet Vorarlbergs sowie ein Natura 2000 - Gebiet nach der Vogelschutzrichtlinie. 
Die Bedeutung des Verwalls liegt darin, dass es einen großflächigen, wenig erschlossenen und somit äußerst ruhigen Gebirgsraum darstellt. Dieser geringe Erschließungsgrad und die damit einhergehende Ruhe sind eine seltene alpine Oase in der zunehmend verlärmten und bespielten Bergwelt. Für uns Menschen gleichermaßen wie für die Tierwelt.

Zusätzlich und für die Unterschutzstellung maßgeblich ist der Umstand, dass solche großflächigen und ruhigen Räume störungsempfindlichen Arten wie dem gefährdeten Steinrötel Lebensraum bieten. Dieser farbenfrohe Sommergast ist in Vorarlberg mit nur noch max. 20 Brutpaaren vertreten, und in der südlichen Hälfte Vorarlbergs findet er sich nur im Verwall sowie der nördlichsten Silvretta.
Auf Grund dieser großen Ruheräume und der weitgehend extensiven Alp Wirtschaft beherbergt das Verwall die vollständige Vogelartengarnitur der Bergwelt und zudem sehr hoch gelegenen Brutnachweise einiger Arten. 
Zum Schutz dieses Lebensraumes ist es im Europaschutzgebiet Verwall nicht erlaubt zu campieren, und auch das Mountainbiken ist auf ausgewiesene Routen sowie jahreszeitlich von 15. Juni bis 15. September beschränkt. Neben den selbstverständlichen Verhaltensregeln im alpinen Gelände ist zudem in den Wintermonaten das Freeriden eingeschränkt.

Das Umfeld der Heilbronner Hütte ist speziell für fels- und bodenbrütende Arten der alpinen Lagen interessant. Dazu zählt, neben anderen, der eben erwähnte Steinrötel genauso wie das Alpenschneehuhn.
Der Bestand dieses Vogels, der in den Alpen eine eigenständige Unterart ausgebildet hat, ist in der Schweiz in den letzten 20 Jahren um ca. 30% eingebrochen. Die Ursachen sind noch nicht restlos geklärt. Es wird vermutet dass durch die fortschreitende Klimaerwärmung der Lebensraum dieses an Kälte angepassten Vogels kleiner wird und gleichzeitig die verbliebenen Lebensräume durch zunehmende touristische Belastung ihre Qualität einbüßen. Die Bestandssituation für Vorarlberg ist derzeit nicht ganz klar, Erhebung diesbezüglich sind in Gange und werden in Zukunft intensiviert.

Die Flora des Verwalls und auch die der Umgebung der Heilbronner Hütte ist gekennzeichnet durch ihre geographische Lage zwischen dem feuchten Bregenzerwald und dem trockenen Engadin, sowie den geologischen Untergrund.
Auf den silikatischen Gesteinen hat sich in Kombination mit dem Vergleichsweise feuchten Klima zwar keine besonders artenreiche Flora entwickelt, aber dafür einige der wertvollsten Moore Vorarlbergs mit nationaler oder gar internationaler Bedeutung. Beispiele sind die Vermoorungen am Gaschurner Winterjöchle vor allem aber jene am Silbertaler Winterjöchle sowie dem Wiegensee. Dieser ist in mehrfacher Weise besonders wert voll, weil einzig artig. 
Denn der Wiegensee ist ein durch sogenannte Schwimmrasen aufgestauter See – damit ein natürlicher Stausee. 
Zudem findet sich hier auf ca. 1900m eines der höchst gelegenen Hochmoore (also ein Moor das keinen Kontakt zum Grundwasser hat) mit der entsprechend hoch spezialisierten Flora und Fauna an gefährdeten und seltenen Arten. 
Und drittens lässt sich bei einer Wanderung von Tafamunt zur Alpe Verbella im Bereich des Wiegensees die Seenverlandung, die sich tausendfach nach der Eiszeit abgespielt hat, in verschiedenen Stadien beobachten. Auf Grund dieser Einzigartigkeit und der esonderen Sensibilität der Lebensräume und Arten wurde der Wiegensee als eigenes Schutzgebiet ausgewiesen, mit Wegegebot, Leinenzwang für Hunde, Bade – sowie Moutainbikeverbot und dem Verbot von Lagerfeuern, die zu Torfbränden führen könnten.
Der Naturschutzverein Verwall - Klostertaler Bergwälder ist mit der Betreuung dieser beiden Europaschutzgebiete beauftragt. Er erstellt Informationsmaterial, leitet Wanderungen durch das Gebiet und führt ebenso ein Monitoring der wichtigsten Arten durch. 
Bei Fragen oder Interesse an Informationsbroschüren, Exkursionen oder der Teilnahme an Schneehuhnerhebungen können Sie sich an die zuständige Referentin für Naturschutz der Sektion, Brigitte Riemer,  sowie den Geschäftsführer des Naturschutzvereins, Hans W. Metzler (verwall@natura2000.or.at) wenden.

Kontakt zur Naturschutzreferentin

Brigitte Riemer

Naturschutzreferentin

Sektion Heilbronn des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.

Lichtenbergerstr. 17
D-74076 Heilbronn am Neckar

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