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Seven-Summits-Team in den Zillertaler Alpen

28. Juli bis 2. August 2019

Gipfelpause am Olperer

Der Start der Sommerferien ist für die Mitglieder des Seven-Summits-Teams des JDAV Heilbronn quasi schon traditionell belegt, um sich eine Woche intensiv mit dem Alpinismus zu beschäftigen.

Dieses Jahr hatten die sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 14 bis 25 Jahren und ihre drei Betreuer mit dem Triglav, dem Großglockner und eventuell der Dufourspitze einiges vor. Nachdem ursprünglich die Anreise für Samstag und die Besteigung des slowenischen Triglav für Sonntag geplant war, musste kurzfristig komplett umgestellt werden. Für Sonntag war sehr schlechtes Wetter mit Gewittern und Dauerregen in den Südalpen angesagt. Damit war der Aufstieg am Sonntag über den Bamberg-Weg, einer langen Tour mit Klettersteigpassagen und ausgesetztem Gelände, so gut wie ausgeschlossen. Auch für den weiteren Verlauf der Woche waren nur kurze Wetterfenster vorhergesagt, die jedoch für mehrtätige Hochtouren ungeeignet waren.

Daraufhin machten wir aus der Not eine Tugend und nutzten die Zeit, um unsere Gruppe fit für künftige Touren in Fels und Eis zu machen. So begaben wir uns am Sonntag ins Zillertal. Wie befürchtet fand der Aufstieg zur Greizer Hütte im heftigen Dauerregen statt, so dass wir klatschnass auf der Hütte ankamen. Nachdem es am nächsten Morgen immer noch regnete, verbrachten wir den halben Tag im Winterraum der Hütte. Dort konnten wir an den seit kurzem angebrachten Haken ausgiebig den Standplatzbau und das Agieren in Zweier- und Dreierseilschaften üben. Als sich am Mittag die Sonne zeigte, nutzten wir die Gelegenheit, um an den Felsen in Hüttennähe ausgiebig den Einsatz von mobilen Sicherungsmitteln wie Klemmkeilen und Friends zu üben. Am Abend stand dann die Tourenplanung für den kommenden Tag auf dem Programm.

Der Gigalitzturm, ein schroffer Südpfeiler des 3001 m hohen Gigalitz, war unser Ziel für den Dienstag. Nach dem einstündigen Zustieg begann die alpine Kletterroute entlang des SO-Grates. Sieben Seillängen im Schwierigkeitsgrad bis zu 5- in gewöhnungsbedürftiger alpiner Absicherung mit teilweise großen Hakenabständen und entsprechender Ausgesetztheit mussten überwunden werden. Nachdem alle drei Seilschaften den 2978 m hohen Turm erklettert hatten, wartete nach einer kurzen Abseilstelle von 20 Metern eine weitere Herausforderung auf uns: Der Übergangsgrat (Schwierigkeit 2-3) zum Hauptgipfel des Gigalitz. Hier waren die Routenfindung und die komplizierte Gratabsicherung am gleitenden Seil die größte Herausforderung. Auch die Psyche ist an einem solch ausgesetztem Grat durchaus gefordert. Bei allem stand dabei auch die Führung durch die Teilnehmer im Fokus, die zu eigenständigen Bergsteigern ausgebildet werden sollen. Der Abstieg führte uns schließlich über den als schweren Bergweg klassifizierten Normalweg zurück zur Hütte.

Da auch der folgende Tag wieder nur kurze Schönwettermomente versprach, begaben wir uns am Morgen auf den Abstieg ins Tal. Dort angekommen nutzten wir die trockenen Stunden um im bekannten Zillertaler Sportklettergebiet „Die ewigen Jagdgründe“ klettern zu gehen. Am Spätnachmittag bauten wir auf dem Campingplatz in Mayerhofen unsere Zelte auf und planten dann die Tour für den nächsten Tag. Leider stand aufgrund des instabilen Wetters wieder nur ein kleines Zeitfenster zur Verfügung.

So entschlossen wir uns, die Hintertuxer Bergbahnen in Anspruch zu nehmen, und fuhren am Donnerstag mit der ersten Bahn bis zur Endstation „Gefrorene Wand“. Von dort aus durchquerten wir zunächst das etwas unansehnliche und eher abschreckende Sommerskigebiet. Hier fühlten wir uns doch etwas fremd. In der Wildlahnerscharte angekommen begann die von uns geplante Überschreitung des Olperers (3476m). Die Route führte zunächst über ein steiles Firnfeld, das mit Hilfe der Sitzpickeltechnik begangen und gesichert wurde. Dann ging es über den ausgesetzten Nordgrat (Schwierigkeitsgrad 2) empor zum Gipfel. Auch hier standen wieder das Führen und Gehen am gleitenden Seil im Mittelpunkt. Um lange Hochtouren im gemischten Gelände gehen zu können, ist die sichere und zügige Beherrschung dieser Technik unabdingbar. Der Abstieg führte über den Südostgrat über Fels und später Firn zum Schneegupf. Dort wurden uns ganz unmittelbar die Folgen des Gletscherrückgangs aufgezeigt. Der im Führer noch beschriebene Abstieg über Fels, Firn und Gletscher, um zurück ins Skigebiet zu kommen, war quasi unbegehbar. Statt weißer Firnflanken waren dort nur noch lose, steile Geröll- und Schutthalden, die einen sicheren Abstieg über diese Route unmöglich machten. Nun war vor allem unser Hochtourenführer Max gefordert, um weglos einen schnellen, aber dennoch sicheren Rückweg ins Skigebiet zu finden. Mit kluger Routenführung und dem Drücken aufs Tempo erreichten wir rechtzeitig vor der letzten Talfahrt die Station und alle Teilnehmer konnten mit der Bahn ins Tal schweben. Beim abendlichen Grillen auf dem Campingplatz tauschten wir uns über die Erlebnisse der hinter uns liegenden Tage und die gewonnenen Erfahrungen aus.

Unsere Tourenwoche verlief zwar völlig anders als geplant, aber im Sinne unseres Seven-Summits-Projektes sind wir letztendlich weitergekommen als mit dem Originalplan. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten ihren Horizont hinsichtlich der Planung und sicheren Durchführung von alpinen Kletterrouten sowie Touren in kombiniertem Gelände und am Grat erweitern und sind so gut gerüstet für die Herausforderungen der kommenden „Summits“.

 

Stefan Schwager

Kontakt zur Jugend

Holger Klitsch

Vorstand Jugend

Sektion Heilbronn des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.

Lichtenbergerstr. 17
D-74076 Heilbronn am Neckar

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