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WIE DIE ZEIT VERFLIEGT…

Ein Bericht von Amelie Kühne über die Zeit im DAV-Expeditionsteam

Hoch motiviert und voller Berg- und Alpinliebe

Vor genau einem Jahr darf ich mit fünf hochmotivierten Mädels das neue DAV-Expeditionsteam für die Abschlussexpedition im Jahr 2023 bilden. Lehrgänge, die über das ganze Jahr verteilt sind und denen die verschiedensten Themenschwerpunkte gesetzt sind, bereiten uns darauf vor.

Wo genau es hingehen wird, ist noch unklar. Doch eines steht fest: auch wir sind gespannt darauf!

Dieses Jahr ging es schon zum Eis- und Alpinklettern in die Dolomiten, wir haben Mehrseillängentouren im Höllental bei der Zugspitze gebohrt, waren in Cadarese zum Trad-Klettern und hatten im Allgäu eine interessante Einheit Trainingskunde.

Mein persönlicher Höhepunkt im Team war die Drei-Zinnen-Überschreitung in den Dolomiten an einem Tag. Einen kleinen Einblick in unsere Vorbereitungen dafür und in die Lehrgänge allgemein, bekommt ihr in meinem Erfahrungsbericht von  Juni diesen Jahres:

Dolos, wir kommen! 6 Tage Alpinklettern standen vor der Tür und wir waren gespannt darauf, welche Touren uns dieses Mal erwarten sollten. Der Rucksack war gepackt: Hammer, Haken, Keile, Cams, Halbseile, Einfachseile, Alpin-/Sportkletterexen... ob wir das alles brauchen? - Ganz egal, Hauptsache alles ist dabei! Wir waren gewappnet für alle Eventualitäten.

Seit unserem letzten Lehrgang zum Eisklettern in den Dolomiten war nun einige Zeit vergangen und wir warteten mit riesiger Vorfreude auf unseren nächsten Team-Trip. Am 22. Juni ging es dann auch endlich los, unser Treffpunkt: Camping Sass Dlacia, bei San Cassiano in Südtirol.

Gleich nach dem Erfahrungsaustausch der letzten Wochen starteten wir mit der Tourenplanung. Die Auswahl war riesig – In den Dolomiten gibt es alles: Routen mit alpiner Absicherung, Sportklettermehrseillängen, die Mischung aus Beidem. Und das in allen Schwierigkeitsgraden! Dörte schlug uns eine großartige Route nach der anderen vor. Wir wurden immer unentschlossener...eigentlich wollten wir doch alles machen?! Mit Einbruch der Dunkelheit konnten wir uns endlich entscheiden: Zwei Seilschaften gingen in die "Lacedelli" an der Cima Scottoni, die anderen kletterten die "Pilastro" an der Tofana di Rozes - zwei superschöne Klassiker der Dolomiten mit klassischer Absicherung.

Gesagt, getan. Am nächsten Tag waren wir rechtzeitig vor dem angekündigten Gewitter wieder zurück am Camping. Gleich während des Regens wurde wieder geplant, wieder war die Auswahl schwer und der Abend zu kurz... Leider begleiteten uns auch die Gewitter mit starken Regenschauern auch die nächsten Tage - vor allem am Tag darauf. Während Lea, Lulu, Janina und Amelie am Piz Ciavazes um das Gewitter bangen mussten - es zog dann glücklicherweise vorbei - traf es Caro, Rosa und Dörte hart, sodass sie zwei Stunden im Schutz eines Überhangs ausharren mussten und nach einigen Münzwürfen sich dann doch entschieden abzubrechen und abzuseilen.

Leider spielte das Wetter auch erstmal weiterhin nicht mit: Auch am darauffolgenden Tag regnete es und die Umstände zwangen uns zu einem Ruhetag, den wir mit noch mehr Planung für den restlichen Teil der Woche und einer spannenden PSA-Schulung (Schulung zur  Persönlichen SchutzAusrüstung) von Dörte verbrachten.

Dass der Ruhetag sich gelohnt hat, zeigte sich dann aber doch am darauffolgenden Tag. Bei bestem Wetter und mit frischen Kräften konnten die ersten Erfolge eingefahren werden: Lulu und Janina gelang die Durchsteigung von „Sognando Aurora“ (7b+; Tofana du Rozes), Lea und Rosa die „via Franz“ (Klassiker an der Mëisules dala Biaces) und Caro und Amelie „via Diamante" (7c; Mëisules dala Biaces). Eine super Leistung!

Um uns für den Höhepunkt des Lehrgangs richtig vorzubereiten, übten wir das Simultanklettern mit Zugabe von schlauen Tricks zum Zeitsparen von Dörte. So waren wir nach noch einer "Am-langen-Seil-klettern-Einheit" bereit für Die Drei Zinnen.

Da an diesem Tag Kai, unser Mentaltrainer, zur Unterstützung dazukam, waren wir mit vier Seilschaften unterwegs und uns allen gelang, was wir uns zum Ziel gesetzt hatten: Lulu und Janina meisterten die freie Begehung des Superklassikers: Hasse-Brandler an der großen Zinne - eine ausgesetzte und brutal anstrengende Alpinkletter-Tour im Schwierigkeitsgrad 7a+. Den anderen gelang die Begehung aller Zinnen an einem Tag über verschiedene Routen: Eine Seilschaft startete mit der Westlichen, die andere mit der Kleinen Zinne. Wir kletterten uns also gewissermaßen entgegen. Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und insgesamt 17 Stunden - ein langer Tag, zugegeben, eines war allerdings klar: Wir waren um viele wunderschöne Eindrücke reicher. Überglücklich und total fertig, kamen wir am Abend wieder im Team zusammen und feierten uns, den Tag und unsere Erfolge. Und wir feierten mit einem gebührenden sowie klassischen Kletter-Festmahl: Spaghetti mit Pesto.
 

Amelie Kühne

 

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