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Tourenbericht Naturpark Texelgruppe

4-Tagestour

Unser Wanderleiter Thorsten sowie 8 gespannte Teilnehmer machten sich Ende August auf den Weg ins Pfelderer Tal,
ein Seitental des Passeiertals. Schon vor der Abreise war jedem klar, die Nächte werden zunächst einmal etwas kürzer
als gewohnt ausfallen. Neben dem frühen Start um 4 Uhr standen optional auch zwei Sonnenaufgangstouren auf dem
Programm.
 
Zu Beginn der 4-Tagestour stand ein strammer Aufstieg auf die 1.400 m höher gelegene Zwickauer Hütte (2.979 m) an.
Auf knapp halber Strecke dorthin, kehrten wir auf der gemütlichen und liebevoll hergerichteten Unteren Schneidalm
(2.159 m) ein. Vom leckeren Mittagessen gestärkt ging es knapp 2 Stunden hoch zur Zwickauer Hütte. Durch Wolken
aber noch rechtzeitig vor dem einsetzenden Regen kamen wir oben an und wurden sehr herzlich empfangen.
Auf knapp 3.000 m Höhe hatten wir einen sehr unterhaltsamen Hüttenabend, zu dem der Hüttenwirt Heinz und ein
paar seiner Gäste mit beitrugen. Unvergessen bleiben die musikalischen Einlagen mit Gitarre und Gesang sowie der
legendäre Beinschwung.
 
Am nächsten Tag klingelte bereits um 4.30 Uhr unser Wecker und um 5 Uhr ging es bei Dunkelheit und mit Helm und
Stirnlampen hoch auf den Hinteren Seelenkogel. Unser Wanderleiter entschied sich dafür, alle 8 Teilnehmer mit auf
den Gipfel zu nehmen. Aufgrund der guten Wetterprognose und Wegbedingungen auf den Gipfel war dies möglich.
Auch wenn es für die meisten Teilnehmer der höchste bzw. erste 3.000er Gipfel war und viele auch noch nicht mit
Stirnlampen losgezogen sind, lief alles bestens. Eine gute Gruppenaufteilung sowie die gegenseitige Unterstützung
innerhalb der Gruppe der Gruppe, Kenntnisse des Wanderleiters über das Können und die Ausdauer der Teilnehmer,
der nötige Respekt vor der Schwierigkeit der Tour und natürlich viel Wille und die Begeisterung für die Berge machten
dies möglich. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön und Glückwunsch unseres Wanderleiters an die
Gruppe bzw. jeden Einzelnen für den reibungslosen Ablauf bzw. das Erreichen des großen Ziels.
 
Der Aufstieg gestaltete sich angesichts der etwas mangelhaften Markierungen anfangs schwieriger als gedacht. Gegen
5.45 Uhr konnten wir unsere Stirnlampen ausschalten und stiegen in der Morgendämmerung weiter. Der ausgesetzte
und klettertechnisch schwierigere Gipfelgrat forderte uns kurz vor dem großen Ziel noch einmal. Der nasse Fels erschwerte
zudem das Weiterkommen. Mit der nötigen Vorsicht und Geduld kamen wir alle wohlbehalten auf dem 3.489 m hohen
Hinteren Seelenkogel an. Neben dem wunderschönen Gipfelkreuz zog der gerade eingesetzte Sonnenaufgang unsere
Blicke in seinen Bann. Traumhafte Fotos und Erinnerungen konnten festgehalten werden und nach knapp 20 Minuten
ging es – dem eiskalten Wind geschuldet – schon wieder an den Abstieg, der trotz der Schwierigkeiten von allen mit Bravour
gemeistert wurde. Kurz nach 8 Uhr erwartete uns auf der Zwickauer Hütte ein leckeres Frühstücksbuffet – nur für unsere
Gruppe ?. Das Gipfelglück und die liebevolle Gastfreundschaft im Herzen ging es weiter zur Stettiner Hütte 2.875 m), wo
wir nach etwa 4 Stunden angekommen sind – wieder rechtzeitig vor dem einsetzenden Regen. Wir bezogen eine der kleinen
Holzhütten, die nach dem Lawinenabgang im Winter 2014 vor 2 Jahren extern errichtet wurden. Man muß den Verant-
wortlichen ein großes Lob aussprechen, was hier in kurzer Zeit geleistet wurde, nachdem die alte Hütte komplett abgerissen
werden musste. Sowohl der provisorische Holzbau mit Zubau neben dem alten Standort der Hütte, als auch die Über-
nachtungshütten lassen keine Wünsche übrig und wir haben uns sehr wohl gefühlt. Müde und auch wegen der Höhenluft
erschöpft, ließen wir den Tag in aller Ruhe ausklingen. Schließlich stand am Folgetag schon die nächste Sonnenaufgangstour
auf knapp 3.500 m an.
 
Am Montag starteten wir bereits um 4.30 Uhr unsere Gipfeltour auf die Hochwilde bzw. Hohe Wilde (3.480 m). Da nach
der Rückkehr eine Doppeletappe bis zum Hochganghaus anstand, waren neben unserem Wanderleiter dieses mal nur
4 weitere Teilnehmer bei der Besteigung mit dabei. Wieder mit Helm und Stirnlampe ging es los. Dieses mal war der
Weg deutlich besser gekennzeichnet und wir kamen ohne große Schwierigkeiten gut voran. Nach den ersten steilen
und anstrengenden 300 Hm kamen wir am Hans-Grützmacher-Weg an. Ab hier wurde die Tour abwechslungsreicher
und spannender. Sowohl drahtseilgesicherte als auch ungesicherte Kletterstellen waren zu bewältigen und schon nach
kurzer Zeit standen wir oben am Gipfel. Da wir deutlich schneller als die vorgegebene Zeit waren, warteten wir 20
Minuten auf den Sonnenaufgang. Nach weiteren 10 Minuten machten wir uns zunächst noch frierend an den Abstieg.
Auch hier kamen wir gut voran und saßen bereits vor 8 Uhr wieder am Frühstückstisch, wo wir vom Rest unserer Gruppe
freudig empfangen wurden.
 
Die Doppeletappe über das Jahannesschartl (2.854 m) zur Lodnerhütte (2.262 m) und über den Franz-Huber-Steig zum
Hochganghaus (1.839 m) erforderte neben den technischen Schwierigkeiten auch nochmals unsere ganze Kraft und
Kondition. Als wir nach dem kurzem Abstieg vom Eisjöchl vor dem Johannesschartl standen, wussten wir warum dies als
die Schlüsselstelle der gesamten Tour (mit Ausnahme der Gipfel) bezeichnet wird. Auch das Aufziehen des Helms war für
uns selbstverständlich, wenngleich alle entgegenkommenden Wanderer keinen im Einsatz hatten. Wie grob fahrlässig
dies ist, konnten wir beim nordseitigen Aufstieg auf die Scharte gleich selbst feststellen. Es ist aufgrund des losen Gerölls
und der Steilheit nahezu unmöglich, keinen Stein loszutreten. Wenn man dann unglücklich in dessen Falllinie gerät,
kann man ohne Helm nur hoffen, dass alles gut ausgeht. Nach anstrengendem und konzentriertem Aufstieg machten wir
uns an den 600 Hm Abstieg zur Lodnerhütte. Hier machten wir eine kurze Rast, um wieder zu Kräften zu kommen und
unsere Trinkvorräte nachzufüllen.
 
Der weitere Tourenverlauf über den Franz-Huber-Steig konnte aufgrund eines vor zwei Tagen abgegangenen Felssturzes
nur zu 2/3 begangen werden. Aufgrund der Wetterlage zogen wir sowieso die Option eines Abstiegs zur Tablander Alm
(1.788 m) in Erwägung. Auf dem Franz-Huber-Steig kamen wir nochmals voll auf unsere Kosten und wir konnten die
spannenden und ausgesetzten Passagen noch bei guten Bedingungen gehen. Bei der Abzweigung zur Sattelspitze (2.428 m)
entschieden wir, diese nicht zu überschreiten, da das Wetter wohl nicht mehr lange halten wird und die steilen Grashänge
nicht gerade geeignet erschienen, diese bei Nässe abzusteigen. Wie richtig diese Entscheidung war, konnten wir 20 Minuten
später feststellen. Rechtzeitig nach den anspruchsvollen Passagen und kurz vor dem Abstieg zur Tablander Alm setzte der
Regen ein. Anfangs eher zaghaft, später dann so, dass wir alle gut durchnässt bei der Alm ankamen. Nach kurzer Rast
wartete das letzte Etappenstück zum Hochganghaus auf uns, das wir erschöpft und erleichtert nach einer Stunde erreichten.
Die Unterkunft gleicht eher einem Hotel auf 1.800 m und wir waren angesichts der anstrengenden Tour und der teilweise
durchnässten Kleidung froh, diesen Komfort zu genießen.
 
Mit getrockneter Kleidung machten wir uns am letzten Tag bei bestem Wetter auf die Schlußetappe. Gleich ging es steil hinauf
zur 600 m höher gelegenen Hochgangsscharte (2.441 m). Die Wegebauer haben hier erstklassig Arbeit geleistet. Im ersten Teil
kamen wir unterstützt durch Steinstufen optimal voran. Auch später waren immer wieder diese Art von Steighilfen verbaut.
Relativ schnell kamen wir auf der Scharte an und staunten nicht schlecht, als die skandinavisch anmutende Spronser Seenplatte
vor uns lag. Doch zunächst machten sich unser Wanderleiter sowie 6 weitere Teilnehmer auf, die Spronser Rötlspitz (2.625 m)
ohne Rucksack zu erklimmen. Nach 40 Minuten war der Gipfel erreicht und wir genossen einen traumhaften Ausblick auf die Seen
und die gesamte Texelgruppe. Auch Ortler, Königsspitze und Cevedale waren zu sehen.
Kurz vor dem Langsee (ca. 2.300 m) war die Gruppe wieder komplett und wir machten eine kleine Pause. Diese wurde auch
zum Abkühlen genutzt, wobei sich nur ein Teilnehmer ganz ins kalte Wasser getraut hat – Respekt Bernd!
Auf dem Spronser Joch (2.581 m) hatten wir nochmals die gesamte Strecke vom ersten, zweiten und teilweise 3. Tag vor uns.
Der Anblick auf das Geschaffte machte uns Stolz und glücklich. Über das Faltschnaljoch (2.417 m) ging es ins Faltschnaltal. Der
Abstieg durch das Tal zog sich noch etwas, ehe wir durstig, hungrig und zufrieden auf der Faltschnalalm (1.871 m) bei vielen
Leckereien einen krönenden Abschluß hatten. Beim 30-minütigen Abstieg nach Pfelders ließen wir nochmals die Eindrücke der
vergangenen vier Tage auf uns wirken. Schnell war klar, das diese Tour etwas Einmaliges war und uns die Texelgruppe sicherlich
nicht zum letzten mal gesehen hat.

DATEN + FAKTEN
1. Tag 4,4 km  // 1.370 hm á  // 20 hm â // 2. Tag  9,1 km  // 1.190 hm á  // 1.300 hm â (Highlight: Hinterer Seelenkogel: 3.489 m) //
3. Tag 15,1 km // 750 hm á  // 1.760 hm â // mit Besteigung Hochwilde (3.480 m): 18,1 km  // 1.350 hm á // 2.360 hm â //
4. Tag 14,5 km // 1.140 á // 1.370 hm â

SUMMEN
43,1 km // 4.450 hm á // 4.450 hm â
46,1 km // 5.050 hm á // 5.050 hm â (mit allen Gipfeloptionen)

Kontakt zur Geschäftsstelle

Birgit Nerenz

Mitarbeiterin der Geschäftsstelle

Sektion Heilbronn des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.

Lichtenbergerstr. 17
D-74076 Heilbronn am Neckar

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