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AUF ZUR HOHEN GEIGE.

AUS DER FERNE GRÜSST DAS STEINBOCK-GULASCH!

DAV-HEILBRONN-TOUR ZUR RÜSSELSHEIMER HÜTTE UND AUF DIE HOHE GEIGE IM PITZTAL

Hören diese verdammten Felsen irgendwann auch nochmal auf? Seit vielen Stunden sind wir, eine unerschrockenes Trüpplein des DAV-Heilbronn unter der bewährten Leitung von Wanderführerin Tatjana Mahr unterwegs. Der Gipfel des "bekannten Aussichtsberges" Hohe Geige sowie einige Liter Schweiß liegen hinter uns. Ebenso eine nicht endlos scheinende Kletterei durch reichlich grobes Gelände. Gerade so, als hätte der Herrgott einen Kasten Felsklötze genau hier ausgekippt. Die Block-Kletterei erfordert massig Kondition und vor allem bis zum Schluss auch uneingeschränkte Konzentration. Aber, ein Glück, da hinten zeigt sich schon die freundliche Rüsselsheimer Hütte. Aus der Ferne grüßt das Steinbock-Gulasch!

Jetzt aber mal von Anfang an ...

Die Hohe Geige sollte es sein. Wanderführerin Tatjana, Petra, Vera, Ute, Edith, Werner und Stefan (der, der schreibt) begaben sich frühmorgens am 8. August auf die Autobahn. Am Wanderparkplatz in Plangeros ausgespuckt, ging es dann bei praller Sonne gleich mal über 600 Meter konsequent bergauf. Die übliche Mischung aus frühmorgendlicher Autobahnfahrt plus Höhenmeter-Sammelei in sengender Hitze machte uns aber (fast) nix zu schaffen. Zumal die Rüsselsheimer Hütte (früher: Chemnitzer Hütte) mit Johannisbeerschorle (vulgo: Johann!) und einer säuerlichen "Soda-Zitron" lockte.

Am nächsten Morgen stand der Aufstieg zur Hohen Geige auf der Tagesordnung, bei Kaiserwetter. Die Route erfolgte über den Aussichtspunkt Gabinten (2650 m) und anschließend durch besagtes Block-Gelände über den Westgrat zum Gipfel. Gut über 1.000 Höhenmeter lagen vor uns, um den Gipfel auf 3.393 Meter Höhe zu erreichen. Die Block-Kletterei war anfangs lustig, später dann vor allem anstrengend. Seilversicherte Passagen sorgten für Nervenkitzel. Frage von mir: "Wie kommen wir denn da wieder runter?" Chefin: "Nicht an Abstieg denken!" Ok. Die Frau Mahr weiß, was sie tut! Weiter, immer weiter.

Ein paar junge Leute mit Trailrunning-Schlappen hatten uns früh morgens schon überholt und begegneten uns erneut, als sie schon wieder abstiegen, bzw. abhüpften. Er wohne zwar ihn Wien, beschied uns einer der top Trainierten und sprang elegant einen kapitalen Felsklotz runter ... in ausgesetztem Gelände wohlgemerkt. Er mache pro Jahr so um die 200.000 Höhenmeter erläuterte er noch und setzte den Turbo-Abstieg fort. Die haben schon einiges drauf, die Herren Trailrunner. Man hofft bloß, dass sie bei solchen Aktionen nicht doch einmal danebenhopsen.
 
Unterhalb des Gipfels gab es noch einen eisklaren See zu bestaunen und ein Schneefeld zu queren. Und dann die sagenhafte Fernsicht auf dem Gipfel! Die Wildspitze, der höchste Berg Tirols, zeigte sich in seiner weißen Pracht, der Blick reichte weit bis zum Piz Bernina. Gigantisch und gerechter Lohn für den strapaziösen Aufstieg!

Aber klar,  alle wissen es: Am Gipfel ist gerade erst einmal die Hälfe geschafft. Also zusammenreißen, Fernglas und Smartphone wegpacken und auf den Abstieg vorbereiten. Es gibt noch einen so genannten "Normalweg" von und zur Geige, der etwas kürzer und theoretisch einfacher zu begehen ist, als der von uns genommene Westgrat. Wegen zunehmender Steinschlaggefahr auf dem Normalweg, wählte unsere Führerin aber den anspruchsvolleren, aber sicheren Westgrat für Auf- und Abstieg. Gute Wahl! Das Gepolter von Steinschlag an gegenüberliegenden Hängen war beeindruckend. Gut, dass wir hier unterwegs waren und nicht dort.

Der Abstieg brachte einige von uns dann an die Grenzen von Kondition und Konzentration. Stundenlange Block-Kraxelei in teils ausgesetztem Gelände sind halt doch was anderes als Wanderungen im Odenwald oder den Löwensteiner Bergen. Also: "Bergen". Aber genau darum waren wir ja hier, um den Alltag mal ganz weit hinter, bzw. unter uns zu lassen. Meist gehörter Ausspruch sowohl bei Auf- und Abstieg: "Der wackelt!" Gemeint waren Felsen, de nur scheinbar halt für Hand oder Tritt boten. Wir passten aufeinander auf. So soll es sein!

Und irgendwann, nach zehn Stunden, war dann tatsächlich auch diese Tour zu Ende und die Hütte wartete mit Trank und Speis und Nachtlager! Nix schmeckt so gut, wie das Essen, das man sich im Laufe des Tages wirklich verdient hat. In der Region Pitztal gibt es übrigens die größte Steinbock-Population der Ostalpen. Die Zahl der mächtigen Tiere ist so stark gewachsen, dass sie mittlerweile wieder durch Jagd kontrolliert werden muss. Darum landet der Steinback auf der Rüsselsheimer Hütte als Steinbock-Gulasch und Steinbock-Carpaccio auch auf dem Teller. Am Abend vor unserem Abstieg, fanden sich sogar einige Steinbock-Jäger auf der Hütte ein, die am nächsten Morgen losgehen wollten.

Und dann war da der junge Mann, der die Bedienung auf der Hütte fragte, ob er denn gleich hier und jetzt Mitglied im DAV werden könne ... (der Hütten-Rabatt lockte wohl). "Klar, kannscht Du machen. Aber dann bischt halt in der Sektion Rüsselsheim ..." Lautes Gelächter in der Stube. Offensichtlich war gerade niemand von der Sektion Rüsselsheim anwesend, die sicher auch eine Top-Sektion ist. Aber vielleicht nicht direkt für jemanden, der aus Karlsruhe kommt, wie der Fragesteller.

Der Abstieg am nächsten Morgen war dann erfreulich unproblematisch und lag freundlicherweise auch noch im Schatten. Die Höhenmeter vom Vortag hatten wir noch in den Knochen. Aber der Muskelkater geht, die Erinnerungen bleiben.

Die Besteigung der Hohen Geige war für die meisten von uns eine echte Herausforderung, was Kondition, Fertigkeiten und mentale Stärke betrifft. Zumindest ein paar aus der Gruppe wurden an ihre Grenzen geführt, einige vielleicht sogar ein kleines bisschen darüber hinaus. Aber in der Gruppe, mit einer exzellenten Führerin, lässt sich das meistern und hinterher ist man stolz wie Bolle, was man denn da nun wieder geschafft hat. Und ist es nicht genau das, worum es geht, bei solchen Touren? Die Herausforderung. Die Gemeinschaft. Das über sich Hinauswachsen. Doch. Genau das ist es!

Kontakt zur Geschäftsstelle

Birgit Nerenz

Mitarbeiterin der Geschäftsstelle

Sektion Heilbronn des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.

Lichtenbergerstr. 17
D-74076 Heilbronn am Neckar

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