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Tourenbericht Gran Paradiso

Tschüss ihr Viertausender

Wenn für einen Rentner wie mich der Wecker schon um 3 Uhr klingelt, dann ist das entgegen allem Rentnerdasein. Kurz nach 4 Uhr steht Dieter, ebenfalls Rentner, mit seinem Auto vor der Tür. Los geht die Fahrt über Basel, Bern, Montreux, Martigny, Col du Gd St-Bernhard nach Aosta. Von dort finden wir nach einigem Hin und Her endlich in das Valsavaranche und den Miniort Pont auf 1960 müNN. Dort lädt ein großer Parkplatz ohne Gebühr zum Parken ein.

Beim Aufstieg über den gut angelegten und nicht steilen Pfad zur Rifugio Vittorio Emanuelle (2732 müNN) begleitet uns eine große italienische Jugendgruppe, die uns enteilt aber auch öfters pausiert.
Der Hüttenwirt teilt uns Raum 5 im ersten Stock mit 6 Betten zu, in dem uns ein japanisches Paar freundlich begrüßt. Verständlich, dass wir danach das Bier genießen und auf das Abendessen verzichten, da es erst in der zweiten Schicht um 20.30 Uhr serviert wird.

03.30 wieder reißt uns der Wecker aus den Betten, in denen wir mehr geruht als geschlafen haben. Morgenwäsche. Der Frühstückstisch bietet Brot, Butter, Marmelade, Honig und Nutella, sowie Kaffee oder Tee bis zum Abwinken. Um 04.30 starten wir und bereits in dem der Hütte folgenden Blockwerk merke ich, dass heute nicht mein Tag ist. Nach dem Anstieg von 200 hm gehe ich mit Dieter zur Hütte zurück, in der wir den fehlenden Schlaf nachholen. Nachmittags machen wir noch 400 hm und widmen uns danach dem Abendessen um 19.00 mit Minestrone, Hähnchen mit Bratkartoffeln und Pudding oder Käse. Mit unseren Tischnachbarn Traudel und ihrem Schweizer Ehemann unterhalten wir uns intensiv und erfahren, dass der sie auf den Gran Paradiso führende Bergführer dafür 500 € bekommt.

03.30 das gleiche Spiel wie am Vortag, allerdings war der Schlaf erheblich besser als am Vortag und wieder um 04.30 ziehen wir los. Der Weg im Felsbereich ist mit Steinmanderln gut markiert und mittels Stirnlampe kein Problem. Dem ersten Schneefeld weichen wir links auf teilweise glatt geschliffenem Fels aus, da ersteres durch einen fallenden Bach unterbrochen ist. Ab 3400 hm legen wir die Steigeisen an und obwohl wir den Pickel dabei haben, ist der Einsatz von Teleskopstecken die bessere Alternative. Eine Rast unterwegs bringt uns mit drei gut gelaunten Berlinern zusammen und wir singen zusammen „ Sabinchen war ein Frauenzimmer gar hold und tugendhaft…“. Nach langem Gletscherhatsch ist kurz vor dem Gipfel ein Felsaufbau, der an den ausgesetzten Stellen mit Haken und Schweineringel zwecks Seilsicherung ausgestattet ist. Bald darauf sind wir auf dem Gipfel des Gran Paradiso (4061 müNN) mit der bekannten weißen Madonna. Handschlag, Lächeln und einen Gipfelschnaps von den ebenfalls am Gipfel sitzenden Berlinern.

Genussvolle Ausblicke auf den Mont Blanc, das Matterhorn und auf die Monte Rosa. Nach kurzem Aufenthalt folgt der Abstieg mit leichter Anstrengung durch das Einsinken in der weicheren Schneeauflage.
Zurück auf der Hütte trinken wir mit Genuss das wohl verdiente Bier und danach einen gut schmeckenden Grappa. Nach dem Mittagsschläfchen konzentrieren wir uns auf das Abendessen. Gut unterhalten wir uns mit einem Ehepaar aus Sachsen, die am nächsten Morgen den Gran Paradiso besteigen und für die ich beim Hüttenwirt Stirnlampen organisieren kann.

In aller Ruhe frühstücken Dieter und ich am nächsten Morgen auf der Hütte und steigen ab zu dem Parkplatz in Pont. Ein Cappucino mit Kuchen als Starthilfe bringt uns über Martigny, Brig, Grimselpass, Furkapass, Andermatt, Oberalppass, Chur nach Landquart. Wir wollten am nächsten Tag den zu den Seven Summits der Alpen zählenden höchsten Berg Lichtensteins, den Vorder Grauspitz, besteigen. Doch schon vor Landquart zogen sehr dunkle Wolken auf, die bald zu starken Regengüssen führten. Dieter und ich entschieden, auf die Tour zu verzichten, und traten die weitere Fahrt nach Hause an.

Resümee

Aufgrund meines fortgeschrittenen Alters stellte ich fest, dass die körperlichen Kräfte dem Willen nicht mehr so autark sind, wie in jüngeren Jahren. Auf der einen Seite dankbar für den Gipfelsieg, nehme ich gerne Abschied von den Viertausendern und sage Tschüss und herzlichen Dank an Dieter für sein Entgegenkommen beim Anstieg.

Rainer Kerber

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