Wilke bei Wulff: Plaudern über Urlaub in den Bergen
Mit Jeanette Biedermann im Schloss Bellevue

Gerhard Schwinghammer

Eineinhalb Stunden hat Benjamin Wilke im Wettbewerb mit 160 anderen jungen Leuten aus ganz Deutschland alles versucht, um das Bild mit Bundespräsident Christian Wulff zu bekommen. Dann hat es geklappt. Und dann haben sie auch noch ein paar Sätze über Urlaub in den Bergen ausgetauscht. Für den Trainer der Heilbronner DAV-Leistungs- und –Fördergruppen war der Besuch im Berliner Schloss Bellevue (am 26. August 2011) ein „spannendes Erlebnis“. Immerhin waren auch Sängerin Jeanette Biedermann, die als Botschafterin des DRK-Bundesverbandes für soziale Projekte wirbt, und die Schauspielerin Wolke Hegenbarth dabei. Sie ist Mitglied des Kinderhilfswerkes Plan Deutschland sowie für die Aktion Trotz Aids, den Tier- und Umweltschutz im Einsatz. Zweieinhalb Stunden dauerte der Empfang. Bei „bombigem Wetter“ gab es im Park Häppchen und die Rede, abschließend noch eine Führung durch das Schloss. Am Abend blieb Zeit für einen Berlin-Bummel am Potsdamer Platz. Dass er als einziger Vertreter des Deutschen Alpenvereins mit aktuell 940000 Mitgliedern zum Bundespräsidenten eingeladen war, sieht Benjamin Wilke (24) als besondere Ehre: „Das bestätigt einen, dass man etwas Richtiges tut.“

Der Bundespräsident zeichnete erstmals junge Leute für ihr ehrenamtliches Engagement in der christlichen Jugendarbeit, in Sozialverbänden, der Feuerwehr, im Sport oder im Tier- und Naturschutz aus. Über 160 junge Frauen und Männer waren zu dieser besonderen Ordensveranstaltung eingeladen. Der Bundesverdienstorden wurde 60 Jahre alt. Und „Zum ersten Mal in dieser langen Geschichte werden 14 Verdienstmedaillen an Bürgerinnen und Bürger überreicht, die für eine solche Ehrung ausgesprochen jung sind", sagte Wulff. Und an alle gewandt: „Sie alle engagieren sich in besonderer Weise für die Gesellschaft. Sie sind Vorbilder für Hilfsbereitschaft und für eine Toleranz, die viele Arten von Grenzen überwindet: geografische und soziale, religiöse und mentale." Für den Bundespräsidenten brauchen „die Chancen, die mit Engagement in Jugendjahren verbunden sind, dringend Aufmerksamkeit“. Deshalb der Empfang in Berlin. Der alte Spruch „Früh übt sich wer ein Meister werden will…“ gelte gerade auch für das Ehrenamt. Es sei „Ausdruck einer inneren Haltung, Ausdruck von Menschlichkeit und gutem Miteinander, ein echtes Geschenk an die Gemeinschaft.“ Wulff lud junge Menschen in  Deutschland zum „Nachmachen“ ein.

„Das Ehrenamt ist für den DAV von elementarer Bedeutung", heißt es im Leitbild des DAV. In den 353 Sektionen arbeiten rund 16.000 Frauen und Männer ehrenamtlich als Vorstände, Kursleiter, Gremienmitglieder, Gruppenleiter und in vielen anderen Positionen. Insgesamt leisten sie pro Jahr 1,3 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden und erbringen damit eine Wertschöpfung von 19,5 Millionen Euro. In dieser Rechnung sind die vielen freiwilligen Helfer bei Veranstaltungen und Aktionen, die Arbeitsstunden  bei Kletterwettkämpfen, Vereinsfesten, Hüttensanierungen, Wegsanierungen und anderen Aktivitäten noch gar nicht berücksichtigt.
Petra Wiedemann, die in der DAV-Geschäftsstelle in München das Projekt Ehrenamt  betreut: „Ohne diese Freiwilligen wären beispielsweise der Erhalt der alpinen Hütten und des Wegenetzes, die Naturschutzarbeit und das aktive Vereinsleben mit alpinen Touren- und Ausbildungsangeboten völlig undenkbar.“ dav