„Frondienst“ zum Wohle der Kühe

Erlebnispädagogik für Heilbronner Berufsschüler auf der Neuen Heilbronner Hütte – „Wer hat schon auf 2400 m Höhe gebadet?“

Für die Schüler war es ein Erlebnis, „das sie nie vergessen“. Dessen ist sich Schulsozialarbeiter Markus Lohse sicher. Es war Klassenausflug mal anders für die Klasse 1 BFZ 1 der Berufsfachschule Tischler an der Heilbronner Johann-Jakob-Widmann-Schule. Neben Erlebnis in den Bergen rund um die Neue Heilbronner Hütte stand auch ein harter Arbeits-Einsatz im Team auf dem Programm. 14 Schüler und die zwei Klassen-Lehrer Manfred Konrad und Bernd Fischer machten sich auf die fünftägige Tour ins österreichische Verwall-Gebiet, um auf über 2300 Metern Höhe neue Erfahrungen zu sammeln.

Die angehenden Schreiner hatten es mit harter Materie zu tun. Die Sektion Heilbronn des Deutschen Alpenvereins kann bestimmte Kosten für die Alpgemeinschaft durch Arbeit ableisten - beispielsweise durch Entfernen der Steine aus Almwiesen, damit die in diesem Jahr anwesenden 160 Rinder sich sicher bewegen und das Gras besser genießen können. Der in den Alpen so genannte „Frondienst“ gegen Unterkunft im Peter-Käß-Gruppenhaus neben der Heilbronner Hütte und Halbpension – so lautete die Abmachung. Lohse: „Die Schüler waren von Anfang an begeistert.“

Zwei Tage haben sie körperlich hart gearbeitet und Steine geschleppt. Zu Beginn gab es noch vereinzelt Diskussionen über den „Sinn" der Tätigkeit. Arnold hat es gut auf den Punkt gebracht: „Für jeden Stein, den ihr wegräumt, gibt es ein Maul voll Gras mehr für die Kühe." Tobias stellte fest: „Die Arbeitszeit vergeht viel schneller als zuhause." Für die Klassengemeinschaft waren auch die weiteren Programmpunkte wertvoll: Von Faulenzen über Spielen und Spaziergängen bis hin zu Gipfelbesteigungen (Westliche Fluh und Strittkopf) war alles vertreten. Die Klasse hat die Zeit im Verwall genossen. Vasyl: „So eine herrliche Landschaft und so eine gute Luft." Sven: „Wer kann schon von sich sagen, dass er auf 2400 Meter Höhe gebadet hat?"

Solche Projekte bringen für Markus Lohse „Nutzen für Schüler und Schule“. Er ist immer auf der Suche nach Projekten für die jungen Leute: „Es ist wichtig, die Erlebnispädagogik zu verstärken.“ Da kam ihm die Kooperationsidee mit der DAV-Sektion gerade recht: „Das ist eine gute Sache.

Wir werden sicher nächstes Jahr wiederkommen.“ Auch Hüttenwirt Fredi Immler ist begeistert: „Es ist toll, dass junge Leute auf unserer Hütte den Bezug zur Natur lernen.“

Auch ein weiteres Projekt ist schon in Vorbereitung: Während des Aufenthaltes auf der Neuen Heilbronner Hütte haben die Schreiner-Azubis die Räumlichkeiten inspziert und mit ihrem erlernten Fachwissen Neugestaltungsvorschläge erarbeitet. Hüttenwart Volker Lang: „Wir sind gespannt, was daraus wird.“ In der Saison 2011 sollen erste Ergebnisse erkennbar sein.


Gerhard Schwinghammer