„Kreuze sind Zeichen gegen das Vordergründige“
Jubiläum 100 Jahre Alte Heilbronner Hütte in Südtirol mit Festzug und feierlicher Kreuzweihe 
Gestern Morgen 8 Uhr in Kurzras in Südtirol. Eine Gruppe von 50 Bergfreunden aus dem Heilbronner Land, aus Südtirol und dem Montafon wartet auf dem Parkplatz der Bergbahn. SWR-Reporter Jens Nising hat seine Satellitenschüssel aufgebaut, sendet frühmorgens zweimal live vom Abmarsch im Frankenradio. Der Anlass war ihm Wert genug, zusammen mit dem Heilbronner DAV-Sektionsvorsitzenden Ingo Nicolay auf dem Mountainbike von der Neuen Heilbronner Hütte im österreichischen Montafon über durch die Berge zur Alten nach Südtirol zu fahren: Sie wurde vor 100 Jahren eingeweiht.
Die Gruppe startet pünktlich um 8.30 Uhr. Sie hat einen Dreistundenmarsch Richtung Süden vor sich – von 2011 Meter durch ein Hochtal und über eine Moränenlandschaft auf 2772 Meter. Das Ziel des Festzuges hat sie vor Augen: Die Ruine der Alten Heilbronner Hütte auf dem Taschljöchl. Mit dabei sind unter anderen: Hüttenforscher Gerhard Knöller, der 20 Jahre lang wie ein Kommissar das Geschichts-Puzzle des vom Heilbronner Silberwarenfabrikanten und DAV-Vorsitzenden Peter Bruckmann 1910 gebauten „Schlosses in den Bergen“ zusammengefügt hat, von der Neuen Heilbronner Hütte Fredi Immler (Hüttenwirt) und Volker W. Lang (Hüttenwart), aus dem Montafon Pfarrer Joe Egle, aus Südtirol Sektions-Freunde von Schlanders und eine stattliche Gruppe Eppinger DAV-Mitglieder unter Führung des Bezirksvorsitzenden Klaus Zürner.
Sie hatten schon zwei Tage lang geschuftet, in mehreren Märschen 180 Einzelteile für das viereinhalb Meter hohe Gedenkkreuz hinauf getragen und dort zusammen gebaut. Am Sonntagnachmittag stand es festgezurrt und majestätisch in der Berglandschaft.
Gestern (Montag) um 12 Uhr wurde es dann beim Jubiläums-Festakt feierlich. „Herr, du hast mich herausgeführt ins Weit
e.“ Mit diesem die Situation treffenden Psalmwort stimmte Pfarrer Joe Egle aus Gaschurn die Festgesellschaft ein: „Wenn man hier oben steht, weiß jeder, was es heißt, in die Weite schauen zu können.“ Eine Weite, die in einer Alltags-Welt mit vielen „unzähligen Belanglosigkeiten“ gut tue. Egle: „Es ist gut, wenn es Zeichen gibt, die uns bewusst machen, dass es mehr gibt als nur das Vordergründige. Kreuze auf Bergen sind solche Zeichen.“ Das neue Kreuz stand „strahlend“ in der schneebedeckten sonnigen Berglandschaft.
Nach einer Weihe und einer kräftigen Jause machten sich die Jubiläumsgäste in bewegter Stimmung auf den mehrstündigen Abstieg ins Tal. Um Mitternacht wollten sie in Heilbronn zurück sein. schw.
Bild
Das neue Gedenkkreuz auf 2770 Metern Höhe am Platz der Alten Heilbronner Hütte in Südtirol.











































