Das neue DAV-Alpinzentrum nimmt Gestalt an

Studenten schlagen Platz im Buga-Gelände vor

Das neue Alpinzentrum der Sektion Heilbronn des Deutschen Alpenvereins mit Kletterarena und Geschäftsstelle nimmt Gestalt an. Studenten der Technischen Universität München haben jetzt im Rahmen einer Semesterarbeit 16 2011-02-15_TU_Mnchen_Modelle_11.jpgKonzepte vorgestellt. 

Die Sektion Heilbronn des Deutschen Alpenvereins hat mit der am 1. Oktober 2002

eröffneten Kletterarena an der Lichtenbergerstraße 2010 eine neue Erfolgsgeschichte

platziert. Genau 51.415 Kletterfreunde aller Generationen kamen in den ehemaligen Block E des Heilbronner EnBW-Kraftwerkes. Der Januar 2011 war mit 5919 Besuchern der beste Monat seit Bestehen der Anlage. Das hat für den Verein Folgen. Volker W. Lang, DAV-Vorstandsmitglied Bau: „Wir stehen an der Kapazitätsgrenze. Deshalb denken wir an einen Neubau bis 2017.“

Schon im letzten Jahr hat man rechtzeitig vor der Ausschreibung des landesplanerischen Wettbewerbs für die 2011-02_Greitemann_Krner_Sopper_2._PLATZ_3.jpgBundesgartenschau 2019 in Heilbronn Kontakt mit der Stadt aufgenommen und den Vorschlag gemacht, das neue Alpinzentrum mit Kletterarena und Geschäftsstelle der Sektion im BUGA-Bereich zu errichten. Lang: „Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren Überlegungen nicht nur die Gartenschau mit den Event-Bereichen Experimenta, Soleo und Rollschuhbahn, sondern auch den künftigen Neckarpark und eine lebenswerte Neckarvorstadt mit einer wohnortnahen Freizeiteinrichtung langfristig attraktiv ergänzen.“ Ideal sei die Anbindung an das ÖPNV-Netz mit Stadtbus, Stadtbahn und  Bundesbahn sowie die bestehenden Parkhäuser. Grünflächenamt und Gemeinderat hatten die Standort-Idee in die Ausschreibung für den landesplanerischen Wettbewerb aufgenommen. Die Teilnehmer sind aufgefordert, Plätze vorzuschlagen.

Im Rahmen einer Ortsbesichtigung in Heilbronn hatten sich auch die angehenden Architekten2011-02__Romsttter_Koh_Gan_3._PLATZ.jpg und Bauingenieure aus München ein Bild gemacht und zwei Standort-Alternativen erkannt: Nördlich des Parkhauses Experimenta oder auf der westlichen Neckarseite bei der Rollschuhbahn am Europaplatz. Lang: „Wir haben nach Abschluss des Buga-Wettbewerbs dann mehrere Anregungen der Baufachleute und der Landschaftsplaner, aus denen wir zusammen mit der Stadt sicher eine attraktive Lösung entwickeln können.“

Der Neubau der Kletterarena mit einer wettbewerbsgerechten Kletterfläche von 2.500 m² und einer Höhe von maximal 20 Metern, mit Boulderräumen, Kinderkletterraum, Außenkletterfläche und der Sektionsgeschäftsstelle mit Bibliothek, Seminarräumen, sanitären Bereichen und Bistro soll eventuell weitere sportliche bzw. Freizeit-Angebote enthalten, die sich im Laufe der Planungen und Beratungen ergeben. Auch sollen innovative Energietechnologien zur umweltfreundlichen Wärme- und Stromerzeugung zum Einsatz kommen. Sie waren auch Teil der Aufgabenbeschreibung für die Münchner Studenten, die seit Oktober 2010 am Thema arbeiten. Eingeführt wurden sie im DAV-Kletterzentrum Gilching von Elias Hitthaler von der DAV-Bundesgeschäftsstelle in München, die den Kontakt zu Heilbronn herstellte, und in Heilbronn von Carsten Hummel, Leiter des Kletterarena-Teams.

Stephan Ott von der TU München sah die Aufgabe aus interdisziplinärem Blickwinkel: „Sie fördert das integrative Arbeiten 2011-02-15_TU_Mnchen_Jury_7.jpgder eng verknüpften Disziplinen Architektur und Bauingenieurwesen.“  Besonders zu behandeln waren die Bereiche Holz-Tragwerk, Brandschutz, Fassadentechnik und energieoptimiertes Bauen. Mit Lageplänen, Ansichten und Modellen stellten vier Dutzend Studenten in Dreier-Gruppen ihre Konstruktionen in München vor. Die Münchener Architekten- und Ingenieursvereinigung hat dazu je zwei 2. und 3. Preise vergeben.

Im Mittelpunkt der Bewertung standen die Ortseinbindung, die Funktionalität, die technische Ausführung und die „Physiognomie“ als Beitrag zur Stadtgestaltung. Lang: „Wir haben eine Menge Anregungen bekommen und werden sie jetzt auf ihre Umsetzbarkeit prüfen. Die Studenten werden den Fortschritt mitgestalten.“ Für den Baufachmann ist die Basis Holz auch deshalb interessant, weil der „natürliche Baustoff  in idealer Weise zum Buga-Gedanken passt und gegebenenfalls das Dreieck mit Experimenta als historisch anmutendem Klinkerbau, Parkhaus als moderne Stahl-Glas-Konstruktion architektonisch ergänzt“.

Die Sektion Heilbronn hat eine Projektgruppe für die weitere Planung und Abstimmung auch mit der Stadt Heilbronn und den Buga-Verantwortlichen eingesetzt. Die mittelfristige Finanzplanung der Sektion beinhaltet eine realistische Finanzierungsmöglichkeit auch unter Berücksichtigung von Fördermitteln. Die Realisierung ist zwischen 2014 und 2017 eingeplant. Gerhard Schwinghammer